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Geerntet!

Dank der Hilfe der bewährten Lesehelferinnen und Lesehelfer ist die Ernte 2018 nun im Keller.

Herzlichen Dank allen diesen lieben Menschen.

Das Wetter hätte nicht besser sein können, die Trauben waren alle perfekt reif. Wir wurden mit Zuckerwerten zwischen 88 und 100 ° Oechsle verwöhnt. Der Jahrgang 2018 wird gut werden! Sogar der Chamboursin, früher das „Sorgenkind“ im Rebberg, erreichte dank rigoroser Mengenbeschränkung 100 ° Oechsle.

Exzessiver Wildfrass (Wildschweine, Rehe, Dachse, Marder) hat die Merlot-Ernte leider arg in Mitleidenschaft gezogen. Im Valle konnten nicht einmal mehr 200 kg Trauben geerntet werden, trotz Wildschwein-Schutzzaun und geschlossener Seitennetze! Das ist traurig und ruft nach Gegenmassnahmen.

Demgegenüber war die Ernte der weissen Sorten Gewürztraminer und Sauvignon Blanc sehr zufriedenstellend, sowohl mengen- als auch qualitätsmässig. Hier liegt einzig der Completer hinter den Vorjahreswerten zurück.

Alle roten Trauben sind nun eingemaischt, die weissen abgepresst. Die Arbeit im Keller geht weiter, lässt mir aber doch Zeit, mich auch anderen Aufgaben zu widmen.

Herzlich

Beat

Ein Steigerungslauf

Cari Amici

In Sessa glich das Jahr 2018 bis anhin einem Steigerungslauf. Auf die schönen aber kalten Monate Januar und Februar folgten feuchte und kühle Monate März und April. Die Reben trieben spät aus.

Der nasse Monat Mai war eine Herausforderung. Anfällige Reben (z.B. der Completer und auch, aber etwas weniger, der Merlot) litten sehr unter dem falschen Mehltau. Die Ernten werden bei diesen Sorten etwas kleiner sein. Der Qualität tut das keinen Abbruch, im Gegenteil!

Nach einer Woche im Juni kam die Wende zum Guten. Der Rest des Monats Juni bis Ende August waren äusserst sonnig. Sogar sonniger als letztes Jahr, vergleichbar mit dem sehr schönen Sommer 2015. Nun haben die Reben den verspäteten Austrieb nahezu wettgemacht. Die Zuckerwerte der Trauben liegen zwischen den sehr guten Jahren 2015 und 2017.

Für eine optimale Reife sind erfahrungsgemäss die Monate August und (vor allem) September entscheidend. Hoffen wir also, dass der Steigerungslauf nicht vor dem Endspurt endet!

Neben Enrico, meiner bewährten Sommeraushilfe aus Padua, haben mich dieses Jahr meine Tochter Gurli und ihr Freund Sebastian unterstützt. Dank ihrer Mitarbeit sind wir gut unterwegs auf dem Weg zur vendemmia. Ich freue mich auf den Höhepunkt der Saison!

Das machen offensichtlich (und wie immer) auch die Wildschweine. Immer wieder finden sie irgendwo eine schwache Stelle im Schutzhag. Dieses Jahr sind auch Rehe und – wie noch nie – Hirsche ein Problem. Wohl weil nun alle Reben mit Seitenschutznetzen geschützt sind, fressen sie sogar aus dem Gemüsegarten vor der Haustüre Gurken, Zucchinis, Salate!

Die im Winter abgefüllten Weine entwickeln sich in der Flasche hervorragend. Dies fanden wohl auch die DegustatorInnen an der 25. Internationalen Weinprämierung Zürich. Sie haben den «uno barrique» 2015 mit einem Golddiplom geehrt. Der «uno» gesellt sich so zu den bereits vor drei Jahren Gold-prämierten «due» und «tre».

Auch der  «due» 2015 (eine Cuvée aus Merlot und Cabernet Sauvignon) ist sehr gelungen. Er ist aromatischer in der Nase, hat etwas mehr Säure als der reine Merlot («uno») und einen  langen und intensiven Abgang. Er wird sich in der Flasche erfreulich entwickeln.

Der «tre» 2017, erstmals eine Assemblage aus Gewürztraminer (43 %), Sauvignon Blanc (35 %) und Completer (22 %) gefällt mir persönlich ausgesprochen. Er hat wenig Säure und erhält seine Struktur durch einen kurzen Ausbau in amerikanischen und französischen Barriques. Seine würzige (Gewürztraminer-) Aromatik kommt am besten bei Kellertemperaturen, 12 – 15 °C, zur Geltung.

Degustationen erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. Sie sind eine interessante Möglichkeit, bei einem kurzen Rundgang durch meine Rebberge etwas über Geschichte und Eigenheiten der einzelnen Lagen, die angebauten Rebsorten, über Krankheiten, Schädlinge und die Pflege der Kulturen zu erfahren. Und im Keller vielleicht einen Jungwein und dann natürlich die ganze Auswahl der selber produzierten Weine zu verkosten.

Damit ich Zeit habe und die Degustation vorbereiten kann, ist eine telefonische Terminvereinbarung oder eine Kontaktnahme per Email unerlässlich. Ich freue mich auf eure Kontakte.

Herzlich
Beat

Winter im Rebberg

Die Tage werden wieder länger, doch die Natur ruht und sammelt Kraft für das neue Jahr.

Jetzt ist Zeit für den Winterschnitt. Auch Zeit, um die Rebanlagen instand zu stellen, Pfähle zu ersetzen, Drähte zu spannen, die Wildschutzanlagen zu verbessern. Und Zeit für die jährliche Holzerwoche. Eine Woche Arbeit in der Natur, aber auch eine Woche Austausch unter Männern.

Im Keller reifen die Weine 2017. Sie hatten beste Startbedingungen: Zwischen Mitte September und dem 10. Oktober konnten die erfahrenen ErntehelferInnen bei herrlichem Spätsommerwetter gesunde Trauben mit Zuckergehalten zwischen 90 ° und 105 ° Oechsle ernten.

Auf den tre 2017 darf man gespannt sein. Endlich wieder eine richtige Gewürztraminer-Ernte! Und erstmals mit Sauvignon Blanc; auf dem 2014 angelegten Rebberg pflückten wir fast 500 kg Trauben mit 95 ° Oechsle.

Im Dezember haben wir den „tre“ 2016 abgefüllt. Es wird voraussichtlich der letzte Jahrgang sein, der ohne Sauvignon Blanc, also nur aus Gewürztraminer und Completer gekeltert wurde. Er steht dem gold-prämierten Jahrgang 2013 in nichts nach.

Auch der „brace“ 2016 ist bereits abgefüllt. Eine Cuvée aus Maréchal Foch und nur noch Cabernet Jura. Ein schöner Wein, biologisch produziert. Er macht mir und euch sicher auch Freude.

Schliesslich ist auch der „uno barrique“ 2015 in den Flaschen. Ausgangsmaterial waren gesunde und reife Trauben von 30-jährigen Merlot-Rebstöcken im Valle. Danach wurde der Wein lange auf der Hefe und dann in neuen französischen Barriques ausgebaut. Er hat eine kräftige Farbe, ist weich und rund und erfreut mit seiner schönen, in Vanille und Caramel eingebundenen Merlot-Aromatik.

Für alle, die gerne einen ersten Eindruck meiner Weine hätten, gibt es die Möglichkeit, ein 6er-Probierpaket zu bestellen. Es besteht aus je einer Flasche „tre“ 2016, „uno“ 2014, „due“ 2012, „uno barrique“ 2015 sowie je einem „brace“ 2015 und 2016 und kostet Fr. 120 (Postversand).

Ich freue mich auf eure Bestellungen, eure Besuche und wünsche allen ein gutes 2018.

Beat

 

fine di agosto 2017

Cari Amici

Sommer 2017! Viele sonnige und warme Tage haben uns dieses Jahr hier in Sessa erfreut. Er wird in Erinnerung bleiben.

Im Rebberg
Das aussergewöhnlich sonnige und warme Wetter hat die Traubenreife forciert. Noch nie waren sie zu dieser Zeit so weit entwickelt. Bald sind sie reif! Die erste Lesekontrolle ergab bei allen Trauben – mit Ausnahme des Chamboursin – bereits Werte von 80 ° Oechsle und mehr. Wenn nichts Aussergewöhnliches passiert, beginnt die Lese bereits ab Mitte September 2017 (Cabernet Jura und Maréchal Foch). Ende September werden mit Ausnahme des Chamboursin voraussichtlich alle Trauben geerntet sein.

Die Trauben haben den Frost kompensiert, sind gesund und die meisten sind vor Wildfrass geschützt in Netzen verpackt. Wie immer finden Dachs, Fuchs und Marder aber irgendwo Lücken zwischen den Netzen. Und die beiden, damit noch nicht geschützten Rebberge Cavezze und Ronco leiden bereits unter dem Appetit dieser Allesfresser.

Sommeraushilfe
Enrico, meine Sommeraushilfe aus Padua, arbeitet nun noch eine Woche hier, bevor er Anfang September wieder nach Hause fährt. Die Zeit mit diesem jungen Italiener war eine Bereicherung. Die gemeinsame Arbeit und seine Kochkünste werden mir in Erinnerung bleiben. Oft habe ich mich diese Tage an die Zeit im Weierhus zurückerinnert, als dort vor gut 50 Jahren italienische Gast-Arbeiter (ein schönes Wort) zusammen mit unserer Familie wohnten und arbeiteten.

Dank seiner Unterstützung sind wir gut unterwegs auf dem Weg zur vendemmia. Dieses Jahr werden die ersten neuen Merlot-Reben im Chioso, die ersten jungen Cabernet Jura-Reben im Secch (ein schöner, aromatischer Klon) und vor allem der Sauvignon Blanc zu einer grösseren Ernte beitragen. Da auch Gewürztraminer und Completer schön tragen, wird es endlich wieder eine erfreuliche Weissweinernte geben.

Im Keller
Im Keller war nach der Abfüllaktion im Mai Ruhe angesagt. Die 2015er und 2016er Weine im Barriquekeller entwickeln sich erfreulich und der 2016er brace (Maréchal Foch und Cabernet Jura), der nicht mehr ins Holz kommt, erfreut durch Aromatik und Frische.

Eine nächste Abfüllaktion ist Anfang November geplant. Dann werden der tre 2016 (ENDLICH) und die beiden 2015er UNO Barrique und DUE abgefüllt.

Meine beiden PIWI-Weine «la brace» 2014 und 2015 wurden an der 24. Internationalen Weinprämierung Zürich (IWPZ) unter der Kategorie «andere gut bewertete Weine» eingestuft (Website www.iwpz.ch). Mitten unter einigen grosskarätigen und doppelt so teuren Merlots. Für diese schönen, günstigen und ehrlichen PIWI-Weine ein Resultat, das mich freut.

Bed an Breakfast
Das Studio wurde bereits gebucht und hat Anklang gefunden. Über die vendemmia wird es intern belegt, danach ist es wieder frei und kann gemietet werden.
Reservationsanfragen sind über die Homepage, per Telefon (079 675 10 32) oder per Email (vino@bachmannsessa) möglich.

 

Herzlich
Beat

„la brace“ abgefüllt!

 

Cari Amici

 

Der erste «la brace» ist in der Flasche!

Und im Barriquekeller reifen nicht nur in den Fässern kleine Kunstwerke. Ein solches befindet sich seit einigen Tagen auch an deren Wand! Selina Gurli und Lilith waren die Künstlerinnen.

Im Keller
Es hat lange gedauert, bedingt durch die Umbauphase, bis nun die ersten beiden Jahrgänge des biologisch produzieren Weines aus den pilzwiderstandsfähigen Sorten Maréchal Foch, Chamboursin und Cabernet Jura abgefüllt werden konnten. Nun, da ich die drei Jahrgänge 2014 bis 2016 kenne, 2014 und 2015 unterschiedlich gemischt habe, sehe ich die Zukunft dieser PIWI-Weine klarer. 2016 werde ich nur Maréchal Foch und Cabernet Jura in einer Assemblage vereinen und den Chamboursin separat vinifizieren. Zu unterschiedlich scheinen mir die Charaktere.

Weil ich den Keller während der Bauzeit nur eingeschränkt zur Verfügung hatte, liess ich den 2014er Merlot als UNO von Eric Clausener vinifizieren. Auch dieser wurde nun abgefüllt. Es ist interessant zu sehen, wie sich die Handschrift des Kellermeisters auf das Endprodukt auswirkt.

Nur den Cabernet Sauvignon aus der Roncho-Lage und die PIWI vinifizierte ich 2014 selber, führte diese dann zusammen, wobei aufgrund der schwachen Reife nur wenig Chamboursin verwendet wurde. Nach der knapp einjährigen Lagerung in dreijährigen Barriques ist ein schöner, harmonischer Rotwein entstanden, der bei guter Temperatur (18-20°) genossen werden sollte und an eine Mischung aus Cornalin und Malbec erinnert. Erstaunlich ist die Dichte und Fülle dieses Weines bei «nur» 12.5 % vol Alkohol.

Im sonnigen 2015 wurden alle Trauben sehr reif, alle Weine wieder von mir vinifiziert und der Cabernet Sauvignon somit wieder zum beliebten DUE verarbeitet. Die interspezifischen Reben sind nun in einer Mischung aus 50 % Maréchal Foch, 40 % Chamboursin und 10 % Cabernet Jura im «la brace» 2015 aufgegangen. Die hohen Oechsle-Werte dieses Jahres ergaben wie 2014 einen dunkelroten, kräftigen, sehr aromatischen und dank dem Chamboursin trotzdem frisch-fruchtigen Sommerwein mit 13.5 % vol Alkohol. Ideal ist für diesen Wein eine Trinktemperatur zwischen 16-18 °.

Die anderen 2015er Weine (UNO und DUE) lagern nun seit bald einem Jahr im Barrique. Umbaubedingt konnten sie erst im Sommer letzten Jahres von den Tanks in den neuen Barriquekeller umgezogen werden. Sie entwickeln sich, wie übrigens der letztjährige Jahrgang, der ebenfalls schon in den Barriques lagert, sehr vielversprechend.

Und da ist dann noch dieses Barrique DUE 2012, das nun ebenfalls abgefüllt wurde. Der DUE 2012 wurde 2015 an der IWPZ bekanntlich mit einem Golddiplom ausgezeichnet. Dieser DUE unterscheidet sich vom prämierten insofern, dass er einen höheren Anteil Cabernet Sauvignon hat. Um die Tannine besser einzubinden und die höhere Säure abzubauen, lagerte dieser Wein drei Jahre in einem Barrique, bevor er nun abgefüllt wurde. Er ist immer noch jugendlich frisch, mit Aromen aus Caramel und Marzipan. Eine Entdeckung!

Der Um- und Ausbau
Haus und Keller sind nun fertig gebaut. Schaut doch vorbei, es ist sehr schön geworden.
Mit dem Schwimmbad, das dieses Jahr wieder erstellt werden sollte, kann dann auch die Umgebung wirklich fertig gestaltet werden.

Bed an Breakfast
Das Studio ist nun eingerichtet und kann ab sofort gemietet werden. Es hat ein Doppelbett (1,40 m) und ein Ausziehsofa (1,20 m), ein kleiner Tisch und die vorhandene kleine Küche bietet die Möglichkeit, sich selber einfach zu verpflegen.

Daneben stehen zwei weitere Zimmer mit je einem Doppelbett zur Vermietung zur Verfügung.

Reservationsanfragen sind über die Homepage, per Telefon (079 675 10 32) oder per Email (vino@bachmannsessa.ch) möglich.

Im Rebberg
Ein schlimmer Spätfrost hat über die Ostertage auch meine Reben geschädigt. Vor allem die Muldenlagen waren davon betroffen, interessanterweise im Valle mindestens so stark wie im 100 m höher gelegenen Borghirolo.

Die neu angelegten Rebberge kamen nahezu ungeschoren davon. Dies deshalb, weil hier immer nur eine Reihe vorne am Hang stehend gepflanzt wurde. Dagegen sind die hintersten Reihen des Merlots im Valle, Roncho und Cavezze, hier vor allem der Cabernet Jura und der Maréchal Foch stark betroffen.

Die meisten Reben treiben wieder aus, einige Jungreben sind jedoch bis auf die Veredlungsstelle zurück gefroren.

Dieser Kälteeinbruch hat die Vegetation etwas gestoppt, die fast zwei Wochen früher war als normal. Pflanzen mit Erfrierungen werden nun wohl sehr heterogen reifen, was Mehraufwand bei der Blattarbeit erfordern wird.

Ein Naturpark
Das Hundeprojekt ist auf Eis gelegt. Die Schafe, die inzwischen zu einer 10-köpfigen Grossfamilie angewachsen sind, mit dem Jüngsten, das vor genau einer Woche zur Welt kam, halten die Rehe und Hirsche wirklich etwas auf Distanz. Daneben schützen die nun fast überall vorhandenen Seitennetze erfolgreich auch gegen Rehfrass.

Ein Hausrotschwanz-Paar hat tatsächlich auf einem kleinen Mauervorsprung unter dem Terrassenvordach gebrütet. Zur Zeit werden die fünf Jungvögel gefüttert. Die beiden Eltern sind ununterbrochen unterwegs und werden wohl froh sein, wenn die Jungen bald ausfliegen und gesund und heil selbständig werden.

Herzlich
Beat

Spätsommer 2016

 

Eine intensive Zeit liegt hinter mir. Der Bau des neuen Kellers und der Umbau des bestehenden Hauses einerseits, das schöne und warme, aber auch überdurchschnittlich feuchte Wetter andererseits liessen mir wenig Freiraum für Spontanes.

 

Der Um- und Ausbau

Die Bauverzögerungen, die sich schon vor der letztjährigen Ernte angekündigt haben, konnten leider nicht aufgeholt werden, sondern haben sich zunehmend ausgedehnt.

Aber es ist hier nicht der Raum, mich darüber auszulassen, was alles anders hätte laufen müssen.

Heute bin ich froh, ist das Ende absehbar.

Und wenn dann wirklich alle Details gelöst und alles fertig ist, lässt sich das, was entstanden ist, sehen. Ein schöner Weinkeller, genügend Platz, zusätzliche stimmige Wohnräume, spannende Nassräume, eine herrliche Terrasse inmitten von Rebbergen und mit ungestörtem Weitblick in die Hügel des Malcantone und nach Italien.

 

Ein energieautarkes Haus

Entstanden ist ein schönes, kleines Weingut, das nahezu ausschliesslich mit lokal verfügbarer Energie auskommt: Mit der Energie der Sonne und Holz aus dem eigenen Wald.

Mit der neuen 15 kWP-Solaranlage auf dem Dach des Altbaus, 90 m2, sollten jährlich rund 15’000 kWh Strom erzeugt werden können, mit denen dank der gleichzeitig installierten 9,6 kW-Batterie ein grosser Teil des Eigenverbrauchs gedeckt werden kann. (Seit der Inbetriebnahme Ende Juli konnten tatsächlich mehr als 99 % des eigenen Stromverbrauchs gedeckt und bereits rund 1’500 kWh Strom verkauft werden.) Mit den seit Jahren installierten Sonnenkollektoren wird im Sommerhalbjahr der Warmwasserbedarf gedeckt. Im Winterhalbjahr unterstützen sie die Stückholzheizung, die ausschliesslich mit Holz aus dem eigenen Wald beheizt wird.

Und mit dem eingebauten Notstrommodul, welches das Haus bei einem Netzstromausfall vom Netz trennt und so den autonomen Betrieb ab der eigenen Batterie ermöglicht, können die im Malcantone häufigen Stromausfälle (bei starken Gewittern, Stürmen oder starkem Schneefall) überbrückt werden.

 

Bed and Breakfast

Sobald der Umbau wirklich fertig ist, werde ich das Studio und mindestens eines der drei Zimmer für Feriengäste anbieten. Die entsprechenden Informationen werden noch folgen.

 

Tag der offenen Tür

Weil der Umbau nicht wie erhofft und vorgesehen Ende Mai fertig war, konnte ich nicht am offiziellen Tag der offenen Weinkeller teilnehmen. Ein offizieller Tag der offenen Tür ist jedoch noch geplant. Informationen folgen.


Im Rebberg: Farbumschlag

Anfang (Maréchal Foch und Cabernet Jura) beziehungsweise Mitte August (Merlot, Chamboursin, Gewürztraminer, Completer) hat der Farbumschlag begonnen. Die phasenweisen starken Niederschläge zu Beginn des Sommers führten zu einer starken Peronospora-Belastung (falscher Mehltau). Vor allem die immer etwas anfälligen Randreihen der Valle- und Chioso-Lagen leiden unter dieser Pilzkrankheit.

Die Vegetation liegt gegenüber dem (sehr frühen) Vorjahr knapp 10 Tage zurück. Die Zuckerwerte der verschiedenen Traubensorten sind zum gleichen Zeitpunkt ungefähr 10 bis 15 ° Oe tiefer als 2015. Bei schönem Wetter legen  die Trauben in einer Woche um 10 ° Oe zu, es ist also mit einer vendemmia zu rechnen, die gegen Ende der Woche 38 beginnt (Cabernet Jura, Maréchal Foch, Gewürztraminer) und dann rund eine Woche später, mit der Merlot-Lese, den Höhepunkt erreicht. In der Woche 40 werden Cabernet-Sauvignon, Completer und schliesslich der Chamboursin gelesen.

 

Ein Naturpark

Hirsch, Reh, Wildschwein, Dachs und Fuchs, sie alle leben im Malcantone gut. Und alle sind auch in meinem Rebberg anzutreffen. Leider nicht nur zu meiner Freude. Die Schäden, die sie anrichten, sind teilweise enorm.

Beim Austrieb im Frühjahr sind es Rehe und Hirsche, die sich an den jungen Knospen gütlich tun. Vor allem für die Jungpflanzen ist das ein Desaster. Wildschschweine, Dachse und Füchse leben jetzt auch von den reifenden Trauben. Es ist darum unumgänglich, die Rebstöcke mit Netzen einzupacken (gegen Füchse, Dachse und Vögel) und die ganze Rebfläche mit einem lelektrifizierten Zaun gegen die Wildschweine zu schützen.

Die gegen Reh und Hirsch gedachte Massnahme, die Anschaffung eines Hundes, habe ich in den Winter verschoben. Mit der schwierigen Wohnsituation während dem Umbau wäre eine angemessene Hundeerziehung nicht möglich gewesen.

Seit dem Frühjahr weiden wieder Schafe (Heidschnucken) rund um die Rebberge im Borghirolo. Zwei Auen, Rosa und Lisa, mit ihren je zwei ragazzi, die inzwischen schon im Teenageralter sind, nutzen jetzt die Fläche rund um die Rebanlagen bis zur Grundstücksgrenze. Zugleich sollten sie die Wildtiere so stören, dass diese sich zurückziehen. Bis jetzt leider noch ohne Erfolg.

 

Im Keller

Nach den beiden erfolgreichen Teilnahmen an der internationalen Weinprämierung in Zürich 2014 (zweimal Silber) und 2015 (zweimal Gold), konnte ich dieses Jahr leider an keiner Weinprämierung teilnehmen. Die Verzögerung beim Umbau verhinderte die an sich im Winter geplante Abfüllung des Jahrgangs 2013 bis anfangs Juni 2016.

Inzwischen haben die Weine den Umbau- und Abfüllstress abgelegt. Nach drei Monaten in der Flasche zeigt sich vor allem der UNO aromatisch und rund. Wie die beiden anderen, der UNO Barrique und der DUE profitiert aber auch er noch, wenn er eine bis zwei Stunden vor dem Trinkgenuss geöffnet und allenfalls dekantiert wird. Der DUE ist heute schon etwas weiter als der UNO Barrique, dieser wird sich aber in ein bis zwei Jahren (wie der ausgetrunkene 2012er) zu einem sehr schönen Wein entwickeln.

Erstmals wurden alle Rotweine nicht filtriert, was dank dem längeren Ausbau in den Tanks und im Barrique möglich wurde. Ich bin gespannt, wie sich das auf die weitere Entwicklung in der Flasche auswirkt. Nicht ausgeschlossen ist, dass sich nach einiger Zeit in der Flasche ein kleines Depot bildet. Die Weinqualität sollte dies jedoch nicht einschränken.

Die Weine des Jahrgangs 2014 lagern noch in den Barriques beziehungsweise im Stahltank, ebenso wie der letztjährige Wein. Vor allem der erstmals produzierte Wein aus den biologisch bewirtschafteten, pilzwiderstandsfähigen Sorten Maréchal Foch, Cabernet Jura und Chamboursin wird interessant zu probieren sein.

 

Homepage

Die Hompage wurde überarbeitet. Herzlichen Dank Aurelio und Gurli, die dafür einen Teil ihrer Freizeit opfern. Neu können über die Homepage Bestellungen aufgegeben werden.

Auf diese freue ich mich. Und natürlich seid ihr hier in Sessa immer willkommen.

 

Winterarbeiten

buongiorno
In dieser Februarwoche arbeiten wir im Holz. Ein kleines Waldstück unterhalb der Reben wird gerodet. Dies für eine bessere Besonnung des Rebberges. Fotos folgen, falls welche entstehen.
Aber auch die Webseite hat kleine Updates erhalten. So ist es jetzt möglich, eine Weinbestellung direkt von der Webseite aus zu senden.

2016

Ein gutes neues Jahr!

lettera agosto 2015

Mit der letzten Pflanzenschutzbehandlung und der Wiedermontage des Wildschwein-Schutzhages im Valle sind dieses Jahr die wichtigsten Schutzmassnahmen für die Reben abgeschlossen. Nach dem heissen und trockenen Sommer hoffe ich auf etwas Regen, nicht zuviel, und dann auf weitere sonnige und warme Septembertage. Die Vorfreude auf die Ernte gesunder, reifer Trauben steigt.

Nachdem letzten Sommer die Bewilligung für den Kellerneubau und den Ausbau der Wohnräume endlich erteilt wurde, kamen die weiteren Planungsarbeiten erst nach der Lese 2014 und schleppend in Gang. Der Aushub konnte mit der Terrassierung des neuen Rebbergs im Secch koordiniert werden. Emilio Ballat war im Element. Nach der Swisscom letztes Jahr waren dieses Jahr die AIL und dann das Consorzio acquedotto hautnah von den Arbeiten betroffen. Inzwischen ist der erste Teil des Kelleranbaus erstellt. Ab Mitte August folgt der zweite, grössere Teil auf der Ostseite. Der Keller soll gemäss Arbeitsplan bis Mitte September für die Ernte bezugsbereit sein!

2014 wurden in Sessa 2‘576 mm Niederschlag registriert. Ich kann mich an kein früheres, derart nasses Jahr erinnern. Dieses Jahr sind bis heute lediglich 863 mm Niederschlag gefallen. Damit entspricht das Jahr 2015 etwa dem Jahr 2012. Während 2012 jedoch ein regenreicher Monat April für einen frühen und schnellen Austrieb sorgten, bremste das trockene Wetter bis Ende April dieses Jahres die Vegetation etwas. Trotzdem standen die ersten Trauben, Maréchal Foch und der frühe Cabernet Jura-Klon, bereits Ende Mai in Vollblüte. Gewürztraminer und Completer folgten anfangs Juni und ein paar Tage später begann die Blüte des Merlot und des Chambourcin. Erst ab dem 10. Juni blühten die Cabernet Sauvignon-Reben.

Warme und feuchte Tage beschleunigten im Juni die Vegetation. Die Blüte war teilweise kurz und die Trauben entwickelten sich – bis auf jene des Gewürztraminers – erfreulich. Ernüchternd der Gewürztraminer: Wie in den Jahren 2012 und 2014 verrieselte er reihenweise. Hier muss eine Bodenanalyse Klarheit schaffen. Erneut wird die Ernte hier kaum mehr als 200 kg ergeben und es ist zu rechnen, dass 2015 der erste TRE wird, bei dem der Completeranteil jenen des Gewürztraminers übersteigt.

Auf der untersten Terrasse im Valle frassen sich die Rehe an den Rebenschossen satt. Dieses Jahr teilweise derart hemmungslos, dass sie auch die Gescheine mitfrassen. Im Juli haben wir deshalb hier endlich die Seitennetze montiert, die diesem Treiben ein Ende setzen sollen. Die Ernte des Merlot wird im Valle deshalb geringer ausfallen als in früheren Jahren. Zudem hat das trockene und heisse Wetter im Juli dazu geführt, dass die Traubenbeeren kleiner blieben. Was erfreulicherweise auf eine gute Qualität hoffen lässt.

Die Neupflanzungen litten unterschiedlich unter der grossen Trockenheit. Glücklicherweise verfügen die neu bepflanzten Terrassen im Secch mehrheitlich über einen humosen und gut wasserspeichernden Oberboden mit ausreichender Felsüberdeckung. Dagegen dursteten die schon im Vorjahr im Cavezze (Merlot) und im Borghirolo (Sauvignon Blanc und Completer) gepflanzten Jungstöcke teilweise sehr und verloren die Blätter.

Ab Mitte September startet die Vendemmia: Cabernet Jura, Maréchal Foch, Gewürztraminer, Merlot, Completer, Chambourcin, Cabernet-Sauvignon (in dieser Reihenfolge). Sie wird sich, je nach Wetter, rund einen Monat hinziehen. Danach beginnt der Umbau der Wohnräume und für mich wohl eine schwierige Zeit. Eine Zeit, die ich dank ausnahmslos guter Rückmeldung zu meinen im Verkauf befindlichen Weinen des Jahrgangs 2012 (rot) und 2013 (weiss) motiviert angehe.

Erst recht motiviert, nachdem meine beiden Weine TRE Gewürztraminer/Completer 2013 und DUE Merlot/Cabernet Sauvignon 2012 an der 22. Internationalen Weinprämierung IWPZ in Zürich mit einem Golddiplom ausgezeichnet wurden und der dritte eingereichte Wein (UNO Barrique 2012) auch noch unter den „weiteren gut bewerteten Weinen“ aufgeführt wird (Resultate unter diesem Link). Das freut mich natürlich sehr, gerade auch in Anbetracht der nach wie vor sehr schwierigen räumlichen Voraussetzungen, unter denen ich keltern muss.

Bestellungen sind, mit Ausnahme des leider praktisch ausgetrunkenen TRE, für alle Weine immer noch möglich.

Nun freue ich mich auf eure Bestellungen und einen sonnigen September, dann auf die Ernte und schliesslich auf den erfolgreichen Abschluss des Um- und Ausbaus im nächsten Sommer.

Herzlich, Beat Bachmann

lettera settembre 2014

Der Sommer ist bald vorbei. Zeit, zurück zu schauen.

Das Jahr begann mit einem milden Winter und sehr viel Niederschlag in den Monaten Dezember 2013 bis Februar 2014 (fast zwanzigmal mehr als 2012; insgesamt knapp 900! mm). Darauf folgten sonnige Monate März bis Mai mit weniger Niederschlag als üblich. So hatten die Reben Ende Mai gegenüber einem normalen Jahr rund 10 Tage Vorsprung.

Juni, Juli und August waren 2012 und 2013 recht trocken (in drei Monaten rund 300 mm Niederschlag) und sonnig (rund 480 – 500 kWH/m2). Der Juni 2014 mochte da mit 125 mm Niederschlag und 151 kWH/m2 Sonne (beides etwa wie 2012) einigermassen mithalten. Komplett daneben gerieten die Monate Juli und vor allem der August 2014. 2014 gab es in diesen beiden Monaten rund 30 % weniger Sonne und rund 140 % mehr Niederschlag! Kumuliert hatten wir so bis Ende August bereits mehr Niederschlag als das ganze Jahr 2012.

Für meine Neupflanzungen war dieses Wetter ideal. Kein Trockenstress und die eingebauten Drainagen konnten sich bereits bewähren. Das freut mich – aber auch die Rehfamilie und der Hirsch, die sich ab und zu an den Jungpflanzen verpflegen, haben Spass an der wüchsigen Vegetation.

Anders sieht es für die im Ertrag stehenden Reben aus. Den Versuch, dieses Jahr mit biologischem Pflanzenschutz Rebbau zu betreiben, musste ich nach der Blüte aufgeben. Peronospora (falscher Mehltau) und Oidium (echter Mehltau) konnten so dann doch noch einigermassen im Griff gehalten werden. Eine Freude in dieser Beziehung ist die neue Cavezze-Parzelle, die mit den interspezifischen Sorten Maréchal Foch, Chambourcin und etwas Cabernet Jura bepflanzt sind. Diesen PIWI-Rebsorten konnte der Mehltau trotz nasser Witterung nichts anhaben.

Das Rebenwachstum war das ganze Jahr hindurch enorm und so war ich über jede Hilfe beim Einschlaufen, bei der Blattarbeit, dem Auslauben, Gipfeln und Entfruchten sehr dankbar. Jetzt ist September und ich freue mich mit den Trauben über jeden sonnigen Tag. Denn schon bald steht die Lese an.

Die Reife des Merlot liegt zwischen den beiden Vorjahren (etwas nach 2012 aber vor 2013). Das ist auch beim Gewürztraminer so, dagegen ist der Completer klar hinter den Vorjahren zurück.

Zwei erfreuliche Nachrichten dürfen zum Schluss nicht fehlen.

Vor rund drei Wochen erhielt ich die Meldung, dass meine beiden Merlot 2011 an der diesjährigen Expovina mit einem Silberdiplom ausgezeichnet wurden. Bei der schwierigen räumlichen Situation, mit der ich hier keltern muss, ist das umso höher zu bewerten. Aber das soll ja nun ein Ende haben – dafür sorgte die zweite erfreuliche Nachricht: Vor zwei Wochen erhielt ich endlich die Bewilligung zum Um- und Ausbau des Kellers und der Wohnhauses.

Nun steht die Lese an. Vorher werden noch der Bianco 2013 und eine erste Serie Merlot 2012 abgefüllt. Beide Weine haben sich wieder sehr schön entwickelt. Speziell freuen darf man sich auf die erste „normale“ Ernte des weissen „TRE“, einer Cuvée aus Gewürztraminer, Completer und etwas Merlot.

Ich freue mich auf eure Besuche hier in Sessa, auf eure Bestellungen oder einfach einen Gruss aus dem Norden.

Herzlich, Beat Bachmann