Artenvielfalt

Zirpende Grillen und Heuschrecken, Schmetterlinge in grosser Vielfalt, Vögel, die ihre frisch geschlüpften Jungen füttern und lauthals warnen, wenn die Nachbarskatze, ein Bussard oder eine Nebelkrähe kreisen.

Im Unterstockbereich frisch geschnittenes Gras duftet nach beginnendem Sommer. Der betörende orientalische Duft des jetzt blühenden, überall rankenden, verwilderten japanischen Geissblatts, im Wechsel mit dem herben Geruch des Feldthymian erinnern an die letzten Ferien.

Kurz nach Einbruch der Nacht beginnt ein ganz besonderes Spektakel: Leuchtkäfer fliegen blinkend durch die Rebberge, auf der Suche nach einer neuen Partnerin. Tausende von ihnen verwandeln die eben angebrochene Nacht in ein blinkendes Lichtermeer.

Etwas später schreit ein Fuchs. Vielleicht hat ihn der Wildschutzzaun elektrisiert? Jetzt ein Kauz, dann bellen Rehe. Kotspuren zeigen am Morgen, dass auch der Marder wieder seinen Rundgang gemacht hat, Löcher in den Rebberg-Terrassen, dass der Dachs auf der Suche nach Larven, vielleicht sogar Mäusen war.

Die kleinräumige Struktur meiner Rebberge mit vielen Zwischenräumen, Hecken, nahen Bäumen und die nachhaltige Bewirtschaftung mit gänzlichem Verzicht auf Insektizide und Herbizide bieten ein grosses Angebot an Futterpflanzen und Nektarquellen für Insekten und Schmetterlinge und sichern so den Singvögeln genügend gesunde Nahrung. Treten im Rebberg Schädlinge auf, stellen Nützlinge innert kurzer Zeit die gesunde Hamonie wieder her.

Die Monate Mai und Juni sind geprägt vom ungestümen Aufbruch in der Natur. Die ersten heissen Sommertage wechseln sich ab mit intensiven Gewitterphasen, in denen die kleinen Rinnsale oder die ausgetrockneten Gräben zu reissenden Wildbächen werden.

Jetzt ist diese Zeit, und sie ist wie immer schön und voller Leben. Ein Spaziergang durch den Rebberg würde sich lohnen, auch in der Nacht.

Herzlich,
Beat

erstellt am: 07.06.2020 | um 18:24 | von: Beat Bachmann | Kategorie(n): News

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